Geschichte des Campus-Fichtenhain
Der heutige Campus Fichtenhain wurde um 1905 als erste „Rheinische Provinzial-Fürsorgeerziehungsanstalt“ für schwer erziehbare Knaben konzipiert.
Anfangs des letzten Jahrhunderts wurden Mädchen und Jungen getrennt von einander erzogen – entsprechend entstand parallel zur Krefelder Einrichtung in Mönchengladbach im Nordpark eine Erziehungsanstalt für die schwierigeren Fälle unter den Mädchen. Architektonisch und städtebaulich waren das für damalige Verhältnisse äußerst fortschrittliche Anlagen, die durch die enge Verbindung von Wohnen und Arbeiten gekennzeichnet waren.
In Krefeld gliederte sich die Anstalt in drei Teile, die eigentliche Erziehungsanstalt, den Hauptgutshof und das Vorwerk Höttgeshof. Erstgenannte bestand wiederum aus dem Verwaltungsgebäude, den Zöglingshäusern A bis D, einer Kochküche mit Festsaal, einer Waschküche mit Badeeinrichtungen, einem Werkstättengebäude, einem Kessel- und Maschinenhaus, einem Pförtner-Wohnhaus sowie einem Lazarett und mehreren Schuppen. Bei dem Waschküchengebäude handelte es sich aber nicht nur um eine Art Waschsalon aus der Kaiserzeit, sondern dazu gehörte auch ein kleines Schwimmbad.
Das großzügige und in ihren Einzelgebäuden bis heute weitgehend noch in der Grundkonzeption erhaltene Areal macht den ursprünglich sozialpflegerischen Ansatz auf einen Blick deutlich: Meist zweigeschossige Backsteinbauten sind dabei um eine zentrale Grünfläche gruppiert. Die Gebäude zeigen die Inspiration der damaligen Baumeister: Detailbegeistert harmonieren variationsreiche Dachlandschaften und Fassaden mit diversen Fensterformaten. So begeistert die Anlage bis heute mit einem ungemein großzügigen und abwechslungsreichen Bild.



